Tagebuch eines Angriffs auf die Platzhirsche
Eintrag 1 – April 2026
Das klingt dramatischer als es ist. Oder vielleicht auch nicht.
Ich bin Petra Dippold. Webdesignerin seit 2001. Einzelperson. Kein Team, keine Agentur, kein Büro in der Innenstadt, kein Marketingbudget das beeindruckt.
Und ich habe beschlossen anzugreifen.
Warum ich das aufschreibe
Nicht als Erfolgsstory. Nicht als Werbung. Sondern weil ich in 25 Jahren zu viel abstrakte SEO-Theorie gelesen habe die in der Praxis nicht funktioniert hat.
Das hier wird anders. Echte Domains, echte Zahlen, echte Fehler, echte Überraschungen. Auch die unangenehmen.
Und vielleicht – in ein paar Jahren – lese ich das selbst zurück und denke: "April 2026. Der Anfang von etwas das ich damals noch nicht voraussehen bzw. wissen konnte."
Die Gegner – die Platzhirsche
Wer bei Google "Webdesign Wien" eingibt sieht auf Seite 1 die üblichen Verdächtigen. Agenturen mit 20, 50 Mitarbeitern. Google Ads Budgets die mein Jahresumsatz übersteigen. Schicken Büros im ersten Bezirk. Referenzlisten die beeindrucken.
Und – das ist der eigentliche Witz – Websites die beim Truth Check 47 Barrierefreiheitsfehler haben. Auf der eigenen Website. Die sie ihren Kunden als Qualitätsmerkmal verkaufen.
Sie stehen vorne weil sie seit Jahren vorne stehen. Das ist nicht ungerecht – das ist Googles Vertrauenssystem. Aber es ist nicht unveränderbar.
Was ich mitbringe – und was nicht
Kein Budget. Keine Mitarbeiter. Keine Agenturstruktur.
Dafür:
- Zwei alte Domains mit langer Geschichte – Vienna-Webdesign.at seit 2001, barrierefreies-internet.at seit 2009
- Handcodierte Websites – kein WordPress, kein Baukasten, kein Template
- Technische Qualität die messbar ist – nicht versprochen
- Texte die niemand sonst so schreibt – weil sie zu direkt sind, zu ehrlich, zu wenig "Marketing" beinhalten
- Eine Nische die noch niemand in Österreich wirklich fokussiert besetzt hat – Barrierefreiheit
- Und die Sturheit von jemandem der weiß was er tut
Ob das reicht? Das ist die Frage die dieses Tagebuch beantworten wird.
Der Moment der alles verändert hat
Es war keine große strategische Entscheidung. Es war eine ganz kleine Frage:
"Warum bezahle ich seit 17 Jahren für eine leere Domain?"
Aus dieser Frage wurde eine Entscheidung. Aus der Entscheidung wurde ein Umbau. Aus dem Umbau wurde – unerwartet schnell – eine Reaktion von Google die mich selbst überrascht hat.
Wie Google auf alte Domains reagiert wenn sie plötzlich wieder leben – das habe ich im ausführlichen Erfahrungsbericht zur Domain-Reaktivierung dokumentiert. Mit allen technischen Details, allen Fehlern die passiert sind und allen Zahlen die ich messen konnte.
Hier geht es um das größere Bild. Um die Reise. Nicht um die Daten.
Was mich wirklich überrascht hat
Nicht die Zahlen. Nicht die Rankings. Nicht einmal dass Google so schnell reagiert hat.
Was mich überrascht hat ist das Gefühl.
Nach Jahren in denen die Website geschlafen hat – plötzlich wieder Bewegung zu spüren. Google der aufmerksam wird. Suchanfragen die auftauchen von denen ich nicht wusste dass sie existieren. Menschen die nach Themen suchen für die ich die Antwort habe – und die mich jetzt finden.
Das ist kein SEO-Erfolg. Das ist das Gefühl dass eine Arbeit die man liebt wieder sichtbar wird.
Und gleichzeitig – das ehrliche Gegengefühl: es geht mir zu langsam. Jeden Tag schaue ich auf die Rankings. Jeden Tag denke ich "es könnte schneller gehen". Jeden Tag muss ich mich daran erinnern dass Google seinen eigenen Rhythmus hat – und dass Ungeduld keine SEO-Strategie ist.
Den Dance (Everflux) tanzen lassen. Leichter gesagt als getan. 😄
Was noch nicht funktioniert – und das gehört dazu
"Webdesign Wien" – das Keyword das zählt – ist aktuell auf Position 35. Seite 4. Da sind die Platzhirsche noch sicher.
Das ärgert mich nicht. Es spornt mich an.
Wer erwartet dass 25 Jahre Vernachlässigung in 5 Wochen aufgeholt werden – der hat SEO nicht verstanden. Oder hat zu viele Versprechen von Agenturen gehört die "Top 10 Platzierung in 30 Tagen" versprechen.
Ich verspreche das nicht. Ich arbeite daran.
Die Prognose – wo wird die Reise hingehen?
Ich bin keine Wahrsagerin. Aber ich bin Realistin mit 25 Jahren Erfahrung.
In 3 Monaten – Juli 2026:
"Webdesign Wien" sollte sich spürbar verbessern wenn der Content-Aufbau konsequent weitergeht. barrierefreies-internet.at sollte das Nischenthema Barrierefreiheit in Österreich noch stärker besetzen – die Konkurrenz ist dünn.
In 6 Monaten – Oktober 2026:
Die ersten Platzhirsche werden Bewegung in ihren Rankings bemerken. Ob sie verstehen warum – das ist eine andere Frage. 😄
In 12 Monaten – April 2027:
Ein Jahr nach dem Start. Dann werde ich wissen ob die Prognose gestimmt hat – oder was Google mir in der Zwischenzeit gelehrt hat das ich heute noch nicht weiß.
Denn das ist das Ehrlichste was ich über SEO sagen kann: Man kann planen, analysieren, optimieren. Aber Google hat immer das letzte Wort.
Was ich jedem mitgeben möchte der dasselbe vorhat
Wenn du eine alte Domain hast die schläft – sie ist nicht verloren. Sie wartet.
Aber sie wartet nicht auf halbherzigen Content. Nicht auf ein WordPress-Theme für 50 Euro. Nicht auf gekaufte Links.
Sie wartet auf echte Arbeit. Auf technische Sauberkeit. Auf Inhalte die wirklich helfen. Und auf die Geduld den Google Dance tanzen zu lassen ohne nervös zu werden.
Der Rest – das hat mich dieser Frühling gelehrt – erledigt Google von selbst.
Google saugt begierig ein was gut ist. Er ignoriert gnadenlos was schläft.
→ Nächster Eintrag: Juli 2026 – drei Monate später. Sind die Prognosen eingetroffen? Was hat Google überrascht? Was habe ich falsch eingeschätzt?
Ich bin Petra Dippold – Webdesignerin aus Moosbrunn, in der Nähe von Wien, seit 2001 in dieser Branche.
→ Vienna-Webdesign.at
→ barrierefreies-internet.at