Domain und Webspace

Einleitung der Serie "Mit KI eine Website bauen" – das Fundament, das alles andere trägt.

In Teil 2 dieser Serie bauen Sie gemeinsam mit KI Claude eine fertige Website. Aber bevor das möglich ist, brauchen Sie zwei Dinge: eine Domain und einen Webspace. Ohne diese beiden gibt es keine Adresse im Internet – und nichts worauf Sie Ihre fertigen Dateien hochladen könnten.

Das klingt verwirrender als es ist. Dieser Artikel erklärt was beides bedeutet, worauf Sie achten sollten – und was Sie getrost ignorieren können.

Was ist eine Domain – und was ist Webspace?

Stellen Sie sich vor, Sie eröffnen ein Geschäft. Die Domain ist die Adresse auf dem Schild vor der Tür – zum Beispiel friseursalon-name.at. Der Webspace ist das Gebäude dahinter – der Platz auf einem Server irgendwo auf der Welt, auf dem Ihre Website-Dateien liegen.

Beides brauchen Sie. Beides buchen Sie beim selben Anbieter – das erspart Ihnen spätere Verwirrung mit Zugangsdaten und Einstellungen.

Die richtige Domain wählen

Für lokale Betriebe und Unternehmen in Österreich ist .at nach wie vor die erste Wahl. Sie signalisiert regionale Nähe und wird von österreichischen Kunden als vertrauenswürdig wahrgenommen. Eine .com-Domain ist international – für einen Friseursalon in Wien bzw. Österreich nicht notwendig.

Bei der Namenswahl gilt: kombinieren Sie Ihren Namen oder Ihr Handwerk mit dem Ort. friseur-name-wien.at sagt Google und Ihren Kunden sofort was Sie tun und wo. Ein (besser) oder zwei (ok) Bindestriche zur besseren Lesbarkeit sind heute völlig üblich – mehr sollten es jedoch nicht sein.

Und noch etwas das früher ganz anders war: Heute tippt kaum jemand eine Domain von Hand ein. Die meisten finden eine Website über Google oder einen Link. Das bedeutet: ein beschreibender Name ist heute wichtiger als ein möglichst kurzer.

Worauf Sie beim Provider achten sollten

Für eine schlanke HTML-Website wie die in dieser Serie brauchen Sie kein teures Paket. Drei Dinge sind aber unverzichtbar:


Was Sie nicht brauchen: Datenbank-Pakete, Managed-WordPress-Tarife oder teure Erweiterungen. Das kleinste verfügbare Einsteiger-Paket reicht für eine HTML-Website mit Bildern jahrelang aus.

Kostenlose Hosting-Pakete – Vorsicht – warum nicht?

Manche Anbieter werben mit kostenlosen Paketen. Schauen Sie genau hin: Gibt es FTP-Zugang? Ist SSL inklusive? Wie ist der Support erreichbar? Ein Anbieter der beim kleinsten Problem nicht antwortet kann einen Samstag ruinieren – genau dann wenn Sie eigentlich weitermachen wollten.

Welche Anbieter sind konkret empfehlenswert?

Ich nenne hier bewusst keine Namen – Angebote ändern sich, und was heute günstig ist kann morgen teurer sein. Suchen Sie nach österreichischen oder deutschen Anbietern mit dem Begriff "Webhosting HTML ohne WordPress" – und prüfen Sie ob FTP und SSL in der Beschreibung stehen. Im Zweifel kurz anfragen bevor Sie buchen.

Was ist mit .com, .wien oder anderen Endungen?

Technisch sind alle Endungen gleichwertig. Für einen lokalen Betrieb in Österreich bleibt .at die stärkste Wahl – wegen des Vertrauens und der lokalen Relevanz für Google. Endungen wie .wien oder .salon sind möglich, aber nischig. .com ist international ausgerichtet – für die meisten kleinen Betriebe in Österreich nicht nötig.

Falls Sie unsicher sind welches Paket das richtige ist – schreiben Sie mir kurz. Ich schaue es mir an, ohne Verkaufsdruck.

Eine Frage an KI Claude die viele vergessen

Wenn Sie Domain und Webspace gebucht haben, erhalten Sie per E-Mail Zugangsdaten. Diese E-Mail enthält Begriffe wie "FTP-Server", "Benutzername" und "Passwort". In Teil 1 brauchen Sie diese Daten um FileZilla (Programm um den lokalen PC mit einem Server im Internet zu verbinden, um Dateien auszutauschen) einzurichten.

Was viele nicht wissen: Sie können KI Claude direkt fragen wie Sie diese Daten richtig einsetzen. Zum Beispiel:

Frage: "Ich habe mich bei Anbieter XY angemeldet. In der Willkommens-E-Mail steht folgendes: [Text einfügen, Passwort vor übergabe an KI Claude löschen]. Was genau trage ich davon in FileZilla ein?"

KI Claude kennt die gängigen Anbieter und kann Ihnen Schritt für Schritt mitteilen welches Feld wohin gehört. Das erspart viel Rätselraten und Fehler.

Dann geht es los

Domain registriert. Webspace gebucht. Zugangsdaten per E-Mail erhalten. Damit haben Sie das Fundament gelegt – alles was jetzt noch fehlt ist die Website selbst.


Mit KI eine Website bauen – auch wenn Sie noch nie HTML-Code gesehen oder geschrieben haben

Eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung. Kein Vorwissen nötig. Versprochen.

Stellen Sie sich vor: Am Ende dieses Artikels liegt eine fertige Website auf Ihrem Server. Eine Website, die Sie selbst gebaut haben mit Hilfe einer KI. Ohne Agentur. Ohne Monatsbeitrag. Ohne WordPress.

Klingt unrealistisch? Ist es nicht. Aber es braucht ein paar Stunden, etwas Geduld und die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren, die sich zunächst fremd anfühlen.

Was Sie für diesen Artikel brauchen: Einen Computer, eine Internetverbindung, eine Domain und Webspace bei einem Hosting-Anbieter. Das war's.

Schritt 0: Was ist überhaupt eine Website? Ganz kurz erklärt

Bevor wir starten, ein winziger Ausflug in die Theorie – damit nichts später überraschend kommt.

Eine Website ist im Grunde eine Textdatei. In dieser Datei stehen Anweisungen in einer Sprache namens HTML. Der Browser (Chrome, Firefox, Safari oder Edge) liest diese Datei und zeigt sie dann schön formatiert an.

HTML klingt technisch, ist es aber eigentlich nicht. Es sieht zum Beispiel so aus:

<h1>Willkommen in meinem Friseursalon</h1>

Das bedeutet nichts anderes als: "Zeig diesen Text als große Überschrift an." Mehr steckt im Kern nicht dahinter. Die gute Nachricht: Sie müssen HTML nicht lernen. Die KI schreibt es für Sie. Sie müssen es nur verstehen, wofür es gut ist – und das wissen Sie jetzt bereits.

Schritt 1: Claude kennenlernen

Claude ist eine KI von Anthropic – ähnlich wie ChatGPT, aber für unsere Zwecke besonders geeignet, weil sie sehr sorgfältig und strukturiert arbeitet.

So starten Sie: Öffnen Sie Ihren Browser und gehen Sie auf claude.ai. Klicken Sie auf "Kostenlos starten" und legen Sie ein kostenloses Konto an. Sie brauchen nur eine E-Mail-Adresse. Dann sehen Sie ein leeres Textfeld – genau wie bei einer Nachricht (Chat), die Sie jemandem schreiben. Hier beginnt alles.

Tipp: Claude versteht normales Deutsch. Sie müssen keine Fachbegriffe verwenden. Schreiben Sie einfach so, wie Sie es einem Freund erklären würden.

Schritt 2: Was ist CSS und warum ist es wichtig?

HTML beschreibt den Inhalt ("Das hier ist eine Überschrift"), CSS ist die Schwester und zuständig für das Aussehen: Farben, Schriftarten, Abstände, Layout.

Die Lösung für ein einheitliches Design auf allen Unterseiten ist eine externe CSS-Datei (style.css). Wenn Sie das Aussehen in dieser einen Datei ändern, ändert es sich sofort auf allen Seiten Ihrer Website. Stellen Sie sich die style.css wie ein Stilhandbuch für ein Restaurant mit mehreren Filialen vor.

Schritt 3: Das erste Gespräch mit Claude

Hier ist ein Beispiel-Auftrag, den Sie einfach anpassen können:

"Hallo Claude! Ich brauche eine einfache Website für meinen Friseursalon in Wien. Ich habe keine Ahnung von Websites oder Code, bitte erkläre mir alles Schritt für Schritt. Die Website soll folgende Seiten haben: Startseite, Leistungen und Preise, Über mich, Kontakt, Impressum und Datenschutz. Wichtig: Bitte verwende eine externe CSS-Datei namens style.css. Das Aussehen soll NICHT in jede HTML-Seite eingebaut sein. Farbe: ein ruhiges, warmes Blau. Schlicht und übersichtlich. Bitte kein WordPress. Nur einfachen HTML-Code, den ich hochladen kann."

Schritt 4: Visual Studio Code installieren

Um den Code zu speichern, benötigen Sie ein Programm wie Visual Studio Code von Microsoft (kostenlos). Es ist wie ein sehr schlauer Notizblock für Code. Laden Sie es unter code.visualstudio.com herunter.

Schritt 5: Den Code einfügen und als Website speichern


Warum dieser Name? "index.html" wird von jedem Server weltweit als die Startseite erkannt.

Schritt 6: Verlinkungen

Damit Besucher zwischen den Seiten wechseln können, nutzt man Links (z.B. <a href="leistungen.html">Leistungen</a>). Claude baut diese normalerweise automatisch ein. Prüfen Sie im Browser, ob jeder Menüpunkt funktioniert.

Schritt 7: Mit Claude verfeinern

Wenn Ihnen etwas nicht gefällt (Farben, Schriftgröße, Texte), sagen Sie es Claude einfach. Kopieren Sie den neuen Code wieder in VS Code und speichern Sie erneut. Dieses Hin-und-Her ist völlig normal.

Schritt 8 & 9: Hochladen mit FileZilla

Um die Dateien ins Internet zu bringen, nutzen Sie das Programm FileZilla. Verbinden Sie sich mit den FTP-Zugangsdaten Ihres Hosters. Laden Sie Ihre Dateien (index.html, style.css etc.) hoch.

Schritt 10 & 11: Qualität prüfen und Live schalten

Nutzen Sie Tools wie wave.webaim.org für die Barrierefreiheit oder validator.w3.org für den Code. Wenn Fehler angezeigt werden, lassen Sie diese von Claude korrigieren. Schieben Sie die Dateien danach in den Hauptordner Ihres Servers – die Website ist live!

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