Agentur, Freelancer oder Webdesigner – wer passt zu mir?

Von einer Webdesignerin die seit 2001 in dieser Branche arbeitet – und die alle drei Welten kennt. Von innen.

Sie brauchen eine neue Website. Also stellen Sie sich die erste Frage: Zu wem gehe ich eigentlich?

Agentur? Freelancer? Gewerblicher Einzelkämpfer? Oder vielleicht der Neffe der "das auch kann"?

Jede dieser Optionen hat echte Vor- und Nachteile. Keine ist automatisch besser oder schlechter. Der Unterschied liegt darin was Sie brauchen – und was Sie bekommen.

Ich schreibe diesen Artikel als gewerbliche Webdesignerin im Einzelunternehmen. Das bedeutet: Ich bin selbst eine der Optionen die ich hier vergleiche. Ich versuche trotzdem so ehrlich wie möglich zu sein – weil Ehrlichkeit auf lange Sicht mehr bringt als Schönreden.


Die Webdesign-Agentur

Eine Agentur ist ein Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern – Webdesigner, Entwickler, Texter, Projektmanager, manchmal auch SEO-Spezialisten und Grafiker. Größere Agenturen haben eigene Buchhaltung, Rechtsabteilung und Vertriebsteam.

Vorteile:


Nachteile:


Für wen ist eine Agentur geeignet?
Für große Projekte mit komplexen Anforderungen, für Unternehmen die einen institutionellen Partner brauchen, für Projekte die viele verschiedene Disziplinen gleichzeitig benötigen – und für alle die ein entsprechendes Budget haben.


Der Freelancer

Ein Freelancer (freier Mitarbeiter) ist eine Person die ohne eigenes Gewerbe auf Projektbasis für verschiedene Auftraggeber arbeitet. In Österreich ist das rechtlich ein wichtiger Unterschied – wer regelmäßig gewerbliche Tätigkeiten ausübt braucht ein Gewerbe.

Achtung: In Österreich bewegt sich mancher "Freelancer" in einer rechtlichen Grauzone wenn er regelmäßig und wiederholt Webdesign-Aufträge annimmt ohne ein entsprechendes Gewerbe angemeldet zu haben. Das kann steuerliche und gewerberechtliche Konsequenzen haben – für den Freelancer selbst und manchmal auch für den Auftraggeber.

Vorteile:


Nachteile:


Für wen ist ein Freelancer geeignet?
Für klar abgegrenzte Einzelprojekte, für spezifische Aufgaben wo ein Spezialist gesucht wird, für Auftraggeber die den Freelancer persönlich kennen und einschätzen können.


Der gewerbliche Webdesigner im Einzelunternehmen

Das bin ich. 😄 Also versuche ich hier besonders ehrlich zu sein.

Ein gewerblicher Webdesigner im Einzelunternehmen – auch EPU (Einzelpersonenunternehmen) genannt – ist eine Person mit angemeldetem Gewerbe, Steuernummer, Mitgliedschaft in der Wirtschaftskammer und voller rechtlicher Verantwortung für die eigene Arbeit.

Das ist kein Freelancer im Graubereich – das ist ein vollwertiges Unternehmen mit einer Person.

Vorteile:


Nachteile:


Für wen ist ein EPU-Webdesigner geeignet?
Für kleine und mittlere Unternehmen, EPUs, Freiberufler, Vereine und Neugründer die eine persönliche, verlässliche und langfristige Zusammenarbeit suchen. Für alle die wissen wollen wer konkret an ihrer Website arbeitet. Und für alle die Qualität wollen ohne Agentur-Overhead zu bezahlen.


Der Hobby-Coder – und wann er eine Option ist

Der Neffe. Die Nachbarstochter. Der Freund der "das auch kann". Jemand der Websites baut aber kein Gewerbe hat, keine Ausbildung und keine rechtliche Verantwortung.

Ich sage das ohne Herablassung – denn manche Hobby-Coder sind technisch wirklich gut. Aber:

Vorteile:


Nachteile:


Für wen ist ein Hobby-Coder geeignet?
Für wirklich private Projekte ohne kommerzielle Absicht. Für erste Experimente. Für alle die genau wissen was sie tun und das Risiko bewusst eingehen. Für ein Unternehmens-Website die rechtssicher, barrierefrei und langfristig verlässlich sein soll – eher nicht.


Die ehrliche Zusammenfassung

Kriterium Agentur Freelancer EPU Webdesigner Hobby-Coder
Kosten Hoch Mittel Mittel Niedrig/Gratis
Rechtssicherheit Hoch Mittel/Unklar Hoch Niedrig
Persönlicher Kontakt Niedrig Hoch Hoch Sehr hoch
Kapazität Hoch Begrenzt Begrenzt Sehr begrenzt
Ausfallsicherheit Hoch Niedrig Niedrig Sehr niedrig
Barrierefreiheit Variabel Variabel Variabel Meist niedrig
Langfristige Beziehung Mittel Unsicher Hoch Unsicher
Für kleine Projekte Überdimensioniert Gut Sehr gut Möglich
Für große Projekte Sehr gut Begrenzt Begrenzt Nicht geeignet

Die fünf Fragen die Sie stellen sollten – egal bei wem




Ich bin Petra Dippold – Webdesignerin aus Moosbrunn, in der Nähe von Wien, seit 2001 in dieser Branche. Ich bin eine der Optionen die ich hier verglichen habe – und ich stehe dazu. Wer für ein kleines oder mittleres Projekt einen persönlichen, verlässlichen und rechtssicheren Partner sucht – der ist bei mir richtig. Wer 50 Mitarbeiter und ein Millionenbudget für eine Konzernwebsite braucht – dem empfehle ich ehrlich eine große Agentur. 😊


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